Man hört immer mehr davon, es wird immer mehr berichtet. Betrugsdelikte an Senioren haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Aber nicht nur die Nummer der Betrügereien steigt, sondern auch die Dreistigkeit der Abzocker nimmt immer weiter zu. Es gibt inzwischen Betrugsfälle, die den „Enkeltrick“ weit in den Schatten stellen. Deshalb ist eine umfassende Aufklärung für ältere Menschen unerlässlich und zeigt auch, wie man sich vor Betrug und Abzocke schützen kann. Senioren gelten nämlich unter den Betrügern meist als leichte Beute. Doch wieso ist das so?

Mit dem Alter lässt oftmals das Gefühl für Gefahren nach, das bedeutet, dass kriminelle Absichten nicht so schnell erkannt werden und im Allgemeinen das Reaktionsvermögen verlangsamt ist. Dementsprechend wird in Stresssituationen eher unüberlegt gehandelt, wie zum Beispiel unter Zeitdruck, der ganz gezielt vom Täter erzeugt wird. Dieser beeinflusst seinen Gegenüber dann so, dass er beispielswiese eine Zusage bekommt und das, indem er psychologischen Druck ausübt. Außerdem nutzen die Täter auch gerne die manchmal bereits nachlassende Konzentrationsfähigkeit ihres Gegenübers aus, indem sie mit schnellen Monologen Verwirrung stiften, sodass der Andere logisch reagieren, geschweige denn dem folgen kann.

Die im Alter einsetzenden natürlichen Veränderungen werden von Tätern gezielt als Waffe gegen Senioren verwendet.  Und zwar nicht nur nachlassende geistige Leistungsfähigkeit, sondern auch die körperlichen Einschränkungen. Wenn man beispielsweise erkrankt ist, ist es sehr schwer energisch und selbstbewusst aufzutreten, was einen Täter gegebenenfalls abschrecken würde. Auch wenn man an einer Sehschwäche leidet wird dies häufig von Tätern ausgenutzt, somit ist auch gewährleistet, dass eine Täterbeschreibung schwierig werden würde. Ein weiterer Umstand von Senioren, der sehr oft ausgenutzt wird, ist das allein leben. Da man sich schnell als alleinstehender einsam fühlt, freut man sich über freundliche Anrufe oder netten Besuch an der Tür, wird dann noch Hilfe angeboten ist meistens schon das Vertrauen gewonnen.

Einige Methoden des Betrugs sind schon weit bekannt, werden aber immer weiter verfeinert. Deshalb muss man sich immer der Methoden von möglichen Betrügern bewusst sein. Ein bekanntes Beispiel sind die Kaffeefahrten. Oftmals entpuppen sich gemütliche Ausflüge als Verkaufsveranstaltungen, bei denen die Teilnehmer so stark unter Druck gesetzt werden, dass sie sich überhaupt nicht mehr wehren können.  So werden Senioren unerwünschte und überteuerte Ware aufgezwungen und manchmal sogar Verträge, die sich später besonders fatal auswirken können.  Dann gibt es noch den alten Trick der falschen Handwerker. Ein Handwerker klingelt an der Tür und möchte vermeintliche Schäden reparieren, da viele Senioren eher an ihrem Gedächtnis anstatt an ihrem Gegenüber zweifeln, hat dieser Trick immer wieder Erfolg.  Beliebt es auch der Telefontrick. Ein unbekannter Anrufer überrumpelt den Zuhörer mit „super“ Angeboten im Auftrag einer Firma, Versicherung oder allen möglichen anderen Institutionen. Somit werden Verträge aufgeschwatzt, dient aber auch dazu an persönliche Daten wie die Kontoverbindungen heranzukommen.

Natürlich gibt es noch eine Menge vieler weiterer Betrugsmöglichkeiten, sie finden sich auf Partnerschaftsportalen, in falschen Gewinnmitteilungen, Produkttestangeboten, Vertreter an der Tür, die ein Schnäppchen anpreisen oder in Abonnementsangeboten am Telefon. Die Methoden der Betrüger werden immer vielfältiger und ausgeklügelter. Deshalb gilt: immer wachsam sein und sich nicht einschüchtern lassen.  Trotz allem muss man sich dennoch vor Augen halten, dass es auch noch gute Menschen auf der Welt gibt, den man mit Freuden vertrauen darf.